230 Jahre Zeichenakademie zwischen Kunst und Handwerk

1772 Gründung der Akademie durch den regierenden Grafen zu Hanau Münzenberg, Landgraf und Erbprinz zu Hessen mit dem Ziel künstlerische Gestaltungskraft zur Förderung des Handwerkes zu entwickeln. Erste Lehrer: Jean Louis Gallien (Graveur), Jean Jacob Bury (Silberschmied und Emailleur), Justus David Wächter (Maler).

 

1806 Leiter Conrad Westemayr (Kupferstecher), als weiterer Lehrer Carl Lotter. Entwicklung zur Malschule. Goldwarenfabrikanten fürchten um Nachwuchs und forderten "Höhere Gewerbeschule" statt "Kunstschule".

 

1837 Leiter Theodor Pelissier (Maler)

 

1839 neu erarbeitetes Regulativ, Einrichtung einer Gründungsgesellschaft, um die marktgängigen Kunsterscheinungen parallel zur Akademiearbeit zu beobachten und zu fördern.

Erweiterung der künstlerischen Fächer um Kompositionslehre und Modellieren.

1863 Direktor Karl Hausmann (Maler)

 

Kulturelle Auseinandersetzung zwischen Kunst und Kunstgewerbe, die sich zugunsten der fachgebundenen Ausbildung des Goldschmiedenachwuchses entscheidet.

1866 „Königlich Preußische Zeichenakademie“

 

1880 Neues Schulgebäude sowie erweitertes Fächerangebot: Bauzeichnen, Bijouterie- und Ornamentzeichnen, Ziselieren.

 

1883 Öffnung der Schule für Mädchen, Einrichtung einer Klasse für Kunststickerei

 

1886 Direktor Max Wiese (Bildhauer)

Einrichtung einer Goldschmiedewerkstatt, Gravierklasse und Silberschmiede.

 

1901 „Fachschule für die Edelmetallindustrie“, ca. 150 Schülerinnen und Schüler.

 

1909 Direktor Hugo Leven

 

Bis 1913 Erweiterung des Angebotes um z.B. Stahlgravieren, Lithographie, Elfenbeinschnitzen, Schmucksteinfassen, Diamantschleifen, sowie Freihand- und Körperzeichnen, Aktzeichnen, Entwerfen und Modellieren.

Feststellung der Gleichwertigkeit der schulischen Abschlussprüfung mit der Gesellenprüfung des Handwerkes.

 

1933 Direktor Emil Lettré

Umbenennung der Akademie in Goldschmiedeschule, Vernichtung des künstlerische Ansatzes, starker Rückgang der Schülerzahlen.

 

1935 nur noch 5 Lehrer und 10 Schüler unter Direktor Prof. Hermann Wandlinger (Kunsthandwerker). Neubenennung in „Meisterschule des deutschen Handwerks“. Zunächst das Bestreben, nur noch Gesellen zu Meistern auszubilden, jedoch mahnt das Handwerk Förderung des Nachwuchses an und fordert eine systematische Grundausbildung.

In den Kriegsjahren kommt die Entwicklung der Zeichenakademie zum Erliegen. An drei Wochentagen werden Geschosshülsen produziert, ansonsten wird der Schulbetrieb soweit möglich aufrecht erhalten.

 

1942 Direktor Bernd Oehmichen

Nach Kriegsende wird Hugo Leven als Direktor wieder eingesetzt und damit an die künstlerische Prägung der Akademiearbeit angeknüpft. Der Wiederaufbau der Schule erfolgt als Aus- und Weiterbildungsinstitution für die edelmetallverarbeitende Branche.

 

1950 Bernd Oehmichen wird zum 2. Mal Direktor

Wiederherstellung des Hauptgebäudes, Gründung des Fördervereins der Gesellschaft der Freunde der Zeichenakademie.